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Balkonkraftwerk mit Speicher: Lohnt sich das?

Von Redaktion ·

Balkonkraftwerk mit Speicher: Alle Infos im Überblick

Ein Balkonkraftwerk erzeugt tagsüber Strom, aber was passiert, wenn du gerade keinen Strom verbrauchst? Ohne Speicher fließt der Überschuss ins Netz, und du bekommst dafür in der Regel keine Vergütung. Ein Batteriespeicher kann dieses Problem lösen. Doch lohnt sich die Investition wirklich?

Wie funktioniert ein Balkonkraftwerk mit Speicher?

Bei einem klassischen Balkonkraftwerk wandelt der Wechselrichter den Solarstrom um und speist ihn direkt ins Hausnetz ein. Was du nicht sofort verbrauchst, geht kostenlos ins öffentliche Netz.

Mit einem Speicher wird der überschüssige Strom stattdessen in einer Batterie zwischengespeichert. Abends oder nachts, wenn die Sonne nicht scheint, kannst du diesen gespeicherten Strom dann nutzen. So erhöhst du deinen Eigenverbrauchsanteil deutlich.

Typischer Tagesablauf mit Speicher

  1. Morgens: Balkonkraftwerk beginnt mit der Stromerzeugung. Der Strom wird direkt verbraucht.
  2. Mittags: Erzeugung übersteigt den Verbrauch. Überschuss wird im Speicher geladen.
  3. Abends: Solarproduktion sinkt. Der Speicher gibt den gespeicherten Strom ab.
  4. Nachts: Speicher versorgt Grundlastgeräte wie Kühlschrank oder Router.

Welche Speicherlösungen gibt es?

Integrierte Systeme

Der EcoFlow PowerStream ist eines der bekanntesten Systeme mit optionalem Speicher. Der intelligente Mikrowechselrichter erkennt automatisch, ob Strom verbraucht, eingespeist oder gespeichert werden soll. Die EcoFlow-Powerstations (Delta-Serie) dienen als Speicher und können auch als mobile Stromversorgung genutzt werden.

Nachrüstbare Speicher

Für bestehende Balkonkraftwerke gibt es nachrüstbare Speicherlösungen wie den Anker SOLIX Solarbank oder den Zendure SolarFlow. Diese werden zwischen die Solarmodule und den Wechselrichter geschaltet und speichern den Überschuss automatisch.

Speicherkapazitäten im Überblick

SpeicherKapazitätCa. PreisKompatibilität
EcoFlow Delta 2 Max2.048 Wh1.600 EUREcoFlow PowerStream
Anker SOLIX Solarbank 2 Pro1.600 Wh999 EURUniversell (MC4)
Zendure SolarFlow1.920 Wh899 EURUniversell (MC4)
Growatt NOAH 20002.048 Wh849 EURUniversell (MC4)

Lohnt sich ein Speicher finanziell?

Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Hier eine beispielhafte Rechnung:

Ohne Speicher

  • Jahresertrag Balkonkraftwerk: ca. 800 kWh
  • Eigenverbrauchsanteil: ca. 50-60%
  • Genutzter Strom: ca. 400-480 kWh
  • Ersparnis (bei 0,35 EUR/kWh): 140-168 EUR pro Jahr

Mit Speicher

  • Jahresertrag Balkonkraftwerk: ca. 800 kWh
  • Eigenverbrauchsanteil: ca. 80-90%
  • Genutzter Strom: ca. 640-720 kWh
  • Ersparnis (bei 0,35 EUR/kWh): 224-252 EUR pro Jahr
  • Mehrersparnis durch Speicher: ca. 84 EUR pro Jahr

Bei Speicherkosten von 800 bis 1.600 EUR ergibt sich eine Amortisationszeit von 10 bis 19 Jahren allein für den Speicher. Da die Lebensdauer der meisten Speicher bei 10-15 Jahren liegt, ist die rein finanzielle Rechnung oft knapp.

Wann lohnt sich ein Speicher trotzdem?

Ein Speicher kann sich in folgenden Situationen lohnen:

  • Hoher Abendverbrauch: Wenn du tagsüber wenig zu Hause bist und den meisten Strom abends verbrauchst.
  • Steigende Strompreise: Je teurer der Netzstrom wird, desto schneller rechnet sich der Speicher.
  • Notstromfunktion: Manche Speicher wie die EcoFlow Delta-Serie können bei Stromausfall als Notstromversorgung dienen.
  • Ideologische Motivation: Wer möglichst viel eigenen Solarstrom nutzen möchte, profitiert von einem höheren Eigenverbrauchsanteil.

Worauf beim Kauf achten?

Wenn du dich für einen Speicher entscheidest, achte auf diese Punkte:

Kapazität

Für ein 800W-Balkonkraftwerk reichen 1-2 kWh Speicherkapazität in der Regel aus. Größere Speicher werden selten vollständig gefüllt.

Zyklenlebensdauer

Hochwertige LiFePO4-Batterien schaffen 3.000 bis 6.000 Ladezyklen. Bei täglicher Nutzung entspricht das 8 bis 16 Jahren Lebensdauer.

Kompatibilität

Prüfe vor dem Kauf, ob der Speicher mit deinem Wechselrichter und deinen Modulen kompatibel ist. Integrierte Systeme wie der EcoFlow PowerStream bieten hier die einfachste Lösung.

Sicherheit

Achte auf Zertifizierungen und bevorzuge LiFePO4-Zellen (Lithium-Eisenphosphat). Diese sind deutlich sicherer als herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus und neigen nicht zur Selbstentzündung.

Fazit

Ein Balkonkraftwerk mit Speicher erhöht deinen Eigenverbrauch deutlich und macht dich unabhängiger vom Stromnetz. Die rein finanzielle Amortisation ist jedoch oft grenzwertig. Wer seinen Solarstrom optimal nutzen möchte und den Mehrpreis akzeptiert, fährt mit einem Speicher gut. Für alle anderen reicht ein Balkonkraftwerk ohne Speicher, das sich bereits nach 3-5 Jahren bezahlt macht.