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Balkonkraftwerk anmelden 2026: So geht's Schritt für Schritt

Von Redaktion ·

Balkonkraftwerk anmelden: Das musst du wissen

Du hast dir ein Balkonkraftwerk zugelegt und möchtest es korrekt anmelden? Die gute Nachricht: Seit der Gesetzesänderung 2024 ist die Registrierung erheblich einfacher geworden. Die Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt komplett – du musst dein Balkonkraftwerk nur noch im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur eintragen. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie das funktioniert und welche Informationen du dafür brauchst.

Was hat sich seit 2024 geändert?

Bis Ende 2023 war die Anmeldung eines Balkonkraftwerks ein zweistufiger Prozess: Du musstest dein Gerät sowohl beim örtlichen Netzbetreiber als auch im Marktstammdatenregister registrieren. Das hat viele Interessenten abgeschreckt, weil die Formulare der Netzbetreiber oft kompliziert waren und die Bearbeitung Wochen dauern konnte.

Mit dem Solarpaket I, das im Mai 2024 in Kraft getreten ist, wurde der Prozess deutlich vereinfacht:

  • Nur noch eine Anmeldung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur
  • Keine Anmeldung beim Netzbetreiber mehr nötig – die Bundesnetzagentur gibt die Daten automatisch weiter
  • Vereinfachtes Online-Formular speziell für Steckersolargeräte
  • Schuko-Steckdose ist als Anschluss offiziell erlaubt
  • Einspeiseleistung bis 800 Watt am Wechselrichter zulässig
  • Rückwärtslaufende Zähler werden vorübergehend geduldet, bis ein Zweirichtungszähler eingebaut ist

Diese Änderungen gelten weiterhin in 2026 und machen die Anmeldung zu einer Sache von wenigen Minuten.

Schritt-für-Schritt: Anmeldung im Marktstammdatenregister

Schritt 1: Account erstellen

Rufe die Website marktstammdatenregister.de auf und erstelle einen kostenlosen Account. Du benötigst eine gültige E-Mail-Adresse und musst deine Identität per Bestätigungslink verifizieren.

Falls du bereits einen Account hast (z. B. von einer früheren Registrierung), kannst du diesen natürlich weiter verwenden.

Schritt 2: Neue Stromerzeugungsanlage anlegen

Nach dem Login klickst du auf „Einheit registrieren” und wählst als Anlagentyp „Steckersolargerät / Balkonkraftwerk” aus. Seit der Vereinfachung gibt es ein eigenes, kurzes Formular speziell für Balkonkraftwerke.

Schritt 3: Standortdaten eingeben

Trage die Adresse ein, an der das Balkonkraftwerk installiert ist. Das System prüft automatisch die Zuordnung zum zuständigen Netzbetreiber.

Schritt 4: Technische Daten eintragen

Hier gibst du die technischen Eckdaten deines Balkonkraftwerks an:

  • Modulleistung in Watt peak (Wp): Die Gesamtleistung deiner Solarmodule. Beim Solakon 890W sind das beispielsweise 890 Wp, beim Anker SOLIX RS40P 830 Wp.
  • Wechselrichter-Leistung: Die maximale Einspeiseleistung in Watt. Bei den meisten aktuellen Modellen sind das 800 W.
  • Inbetriebnahmedatum: Der Tag, an dem du das Balkonkraftwerk zum ersten Mal eingesteckt hast.
  • Anzahl der Module: In der Regel 1 oder 2.

Tipp: Diese Angaben findest du auf dem Typenschild deines Wechselrichters und in den Produktdatenblättern deiner Solarmodule. Hersteller wie priwatt liefern bei Komplettsets wie dem priwatt priBalcony Duo alle Daten auf einem Beiblatt mit.

Schritt 5: Registrierung abschicken

Überprüfe alle Angaben und schicke die Registrierung ab. Du erhältst eine Bestätigung per E-Mail und kannst den Status deiner Registrierung jederzeit im Portal einsehen.

Das war’s – dein Balkonkraftwerk ist offiziell angemeldet.

Ist die Anmeldung Pflicht?

Ja, die Registrierung im Marktstammdatenregister ist gesetzlich vorgeschrieben. Das gilt für alle Stromerzeugungsanlagen in Deutschland – auch für Balkonkraftwerke. Die gute Nachricht: Es gibt keine Frist, die du unbedingt vor der Inbetriebnahme einhalten musst. Du solltest die Anmeldung aber zeitnah nach der Installation erledigen.

Was passiert, wenn ich mein Balkonkraftwerk nicht anmelde?

Theoretisch kann die Bundesnetzagentur ein Bußgeld verhängen, wenn du dein Balkonkraftwerk nicht registrierst. In der Praxis werden Privatpersonen mit kleinen Steckersolargeräten allerdings selten kontrolliert. Trotzdem raten wir dringend zur Anmeldung:

  • Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur wenige Minuten
  • Du bist auf der sicheren Seite, falls dein Netzbetreiber nachfragt
  • Bei Versicherungsfällen kann eine fehlende Registrierung problematisch werden
  • Du kommst deiner gesetzlichen Pflicht nach

Häufige Fragen zur Anmeldung

Brauche ich einen Elektriker für die Anmeldung?

Nein. Die Anmeldung im Marktstammdatenregister kannst du komplett selbst online erledigen. Auch für die Installation eines normkonformen Balkonkraftwerks mit Schuko-Stecker ist kein Elektriker erforderlich.

Muss ich meinen Vermieter informieren?

Die Anmeldung im Marktstammdatenregister und die Information des Vermieters sind zwei verschiedene Dinge. Seit 2024 haben Mieter ein gesetzliches Recht auf ein Balkonkraftwerk, allerdings solltest du deinen Vermieter trotzdem vorab informieren. Mehr dazu in unserem Ratgeber zum Thema Balkonkraftwerk in der Mietwohnung.

Was ist mit dem Stromzähler?

Wenn du einen alten Ferraris-Zähler (mit Drehscheibe) hast, kann dieser rückwärts laufen, wenn dein Balkonkraftwerk mehr Strom produziert als du verbrauchst. Das ist seit 2024 vorübergehend erlaubt. Dein Netzbetreiber wird den Zähler kostenlos gegen einen modernen Zweirichtungszähler austauschen – dafür musst du aber nichts tun.

Muss ich eine Einspeisevergütung beantragen?

Nein. Bei Balkonkraftwerken verzichten die meisten Betreiber auf die Einspeisevergütung, da die eingespeisten Mengen minimal sind und der bürokratische Aufwand unverhältnismäßig wäre. Der gesamte erzeugte Strom wird in der Regel direkt im Haushalt verbraucht.

Kann ich mehrere Balkonkraftwerke anmelden?

Grundsätzlich ja. Pro Wohneinheit gilt allerdings die Grenze von 800 Watt Einspeiseleistung und 2.000 Watt Modulleistung. Wenn du also bereits ein Balkonkraftwerk mit 800 W Einspeiseleistung betreibst, darfst du kein zweites installieren.

Checkliste: Diese Daten brauchst du für die Anmeldung

Damit die Anmeldung schnell und reibungslos klappt, halte folgende Informationen bereit:

  • Persönliche Daten (Name, Adresse, E-Mail)
  • Installationsadresse des Balkonkraftwerks
  • Modulleistung in Watt peak (steht auf dem Typenschild oder Datenblatt)
  • Wechselrichter-Leistung in Watt
  • Hersteller und Modellbezeichnung des Wechselrichters
  • Datum der Inbetriebnahme
  • Anzahl der Solarmodule

Fazit

Die Anmeldung eines Balkonkraftwerks ist seit 2024 so einfach wie nie zuvor. Du brauchst nur wenige Minuten und einen Computer mit Internetzugang, um dein Steckersolargerät im Marktstammdatenregister zu registrieren. Die Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt komplett. Unser Rat: Erledige die Registrierung direkt nach der Installation – dann hast du es hinter dir und bist auf der sicheren Seite.